KONZERT I

KONZERT I

01.09.

Quatuor Arod

Gringolts | Strake | Lisboa | Hornung

Felix Mendelssohn Bartholdy
George Enescu

1. September 2026 | Einlass: 18:30 Uhr | Beginn: 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Klosterkirche Kulturforum Traunstein

Künstler

Quatuor Arod:

Jordan Victoria – Violine
Alexandre Vu – Violine
Tanguy Parisot –  Viola
Jérémy Garbarg – Violoncello

Ilya GringoltsVioline
Johannes StrakeVioline
Jano Lisboa Viola
Maximilian HornungVioloncello

Programm

Einlass 18:30 Uhr | Beginn 19:30 Uhr

Felix Mendelssohn Bartholdy

Streichoktett Es-Dur op. 20   mehr erfahren ↓

  • Allegro moderato ma can fuoco
  • Andante
  • Scherzo. Allegro legierissimo
  • Presto

– Pause –

George Enescu

Streichoktett C-Dur op. 7  mehr erfahren ↓

  • Très modéré
  • Très fougeux – Moins vite – 1er Mouvement
  • Lentement – Plus vite – 1er Mouvement
  • Mouvement de Valse bien rythmée

Werke

Felix Mendelssohn Bartholdy 

Streichoktett Es-Dur op. 20 

Als im Herbst 1825 bei den bekannten „Sonntagsmusiken“ der Familie Mendelssohn Bartholdy in Berlin das  Streichoktett des jungen Felix zur Aufführung kam, erlebten die Besucher ein völlig neues Werk. Der erst 16-jährige Komponist präsentierte mit der Kombination zweier  Streichquartette, in der Besetzung von vier Violinen, zwei Violen und zwei Celli, als erster ein Streichoktett als neue Gattung in der Kammermusik. Das Werk macht erstmals die Achtstimmigkeit zur Regel und strebt nach einem orchestralen Klangcharakter. Mendelssohn selbst notierte in der Partitur: „Dies Oktett muss im Stil einer Sinfonie in allen Stimmen gespielt werden“. Zudem betonte er die Dynamik stärker als in anderen kammermusikalischen Werken. Dies wird bereits im ersten Satz, Allegro moderato ma con fuoco in Es-Dur, deutlich. Das Allegro zeigt nicht nur die kompositorischen Fähigkeiten und den Elan des jugendlichen Komponisten, seine Dichte erinnert auch an symphonische Werke. Im in c-Moll komponierten Andante steht vor allem eine komplexe Harmonik im Zentrum. Das Scherzo in g-Moll spiegelt die literarische Prägung des Komponisten: Inspiriert von der Walpurgisnachtszene aus Goethes Faust I fing Mendelssohn die Verse „Wolkenflug und Nebelflor erhellen sich von oben. Luft im Laub und Wind im Rohr; und alles ist zerstoben.“ meisterhaft mit Staccati und Tremoli ein. Das in Es-Dur komponierte Presto stellt durch seine komplexe Stimmführung mit einer achtstimmigen Fuge und durch das Zitat „And he shall reign forever and ever“ aus dem Halleluja in Händels Messias den glanzvollen Höhepunkt des Oktetts dar. Es ist seit seiner Entstehung ein Fixpunkt im kammermusikalischen Repertoire und besticht durch seine Originalität und die  Authentizität des jugendlichen Komponisten.

George Enescu

Streichoktett C-Dur op. 7

Das Streichoktett C-Dur op. 7 des rumänischen Komponisten George Enescu gleicht dem Oktett von Mendelssohn Bartholdy nicht nur in der Besetzung. Komponiert zur Jahrhundertwende, stellt es ebenfalls ein Werk dar, in dem die jugendliche Schöpfungskraft eines vielversprechenden Komponisten und Geigenvirtuosen ebenso wie die kulturelle Aufbruchstimmung in die Moderne zum Ausdruck kommt. Enescu verbindet hier in seinem kosmopolitischen Stil diverse Einflüsse aus Paris und Wien mit seiner eigenen Herkunft. Rumänische Volksmusik und orthodoxe Kirchenmusik, die den jungen Komponisten prägten, finden ebenso Eingang wie eine weit zurückreichende Verwurzelung in den musikalischen Traditionen seiner Heimat. Wie auch im Oktett von Mendelssohn Bartholdy verzahnen sich die acht einzelnen Stimmen, kommunizieren miteinander und lassen verschiedene Themen durch die Instrumente wandern. In der Form der Komposition zeigt sich jedoch die Aufbruchstimmung des Fin de Siècle: Die vier Sätze gehen ineinander über und werden zu einem einzigen musikalischen Fluss.

Texte: Roxane Lindlacher