KONZERT V

KONZERT V

05.09.

Hornung | B. Nyffenegger | A. T. Nyffenegger |

Meszaros | Grossenbacher | Handschke

„Bearbeitung oder Original?“ 
Antonín Dvořák

5. September 2026 | Einlass: 18:30 Uhr | Beginn: 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Klosterkirche Kulturforum Traunstein

Künstler

Maximilian Hornung Violoncello
Benjamin NyffeneggerVioloncello
Anna Tyka NyffeneggerVioloncello
Sandro Meszaros Violoncello
Thomas Grossenbacher Violoncello
Paul HandschkeVioloncello

 

Programm

Einlass 18:30 Uhr | Beginn 19:30 Uhr

„Bearbeitung oder Original?“ 

Antonín Dvořák

Cellokonzert h-Moll op. 104
(Fassung für fünf Celli von Paul Handschke) 
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  • Allegro
  • Adagio ma non troppo
  • Finale. Allegro moderato – Andante – Allegro vivo

– Pause –

Antonín Dvořák 

Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“
(Fassung für sechs Celli von Paul Handschke)  mehr erfahren ↓

  • Adagio – Allegro molto
  • Largo
  • Scherzo. Molto vivace
  • Allegro con fuoco

Werke

Antonín Dvořák

Cellokonzert h-Moll op. 104
(Fassung für fünf Celli von Paul Handschke)

Das Allegro präsentiert ein lyrisches Hauptthema, das im Dialog von Solo-Cello und Orchester verhandelt wird. In diesem ersten Satz werden Anklänge an böhmische Volksmusik deutlich, die weiten Melodien lassen den einzigartigen Stil des Komponisten erkennen. Der zweite Satz, Adagio ma non troppo, lässt Einblicke in die komplexe Gefühlswelt des Komponisten zu. Dvořák zitiert hier sein Lied „Lasst mich allein“ aus dem Jahr 1888, da es das Lieblingslied seiner vor kurzem verstorbenen Schwägerin Josefine war. In diese war er in seiner Jugend unglücklich verliebt gewesen. Das Finale beginnt im Allegro moderato mit einer stetigen Steigerung, im Andante wird nochmals das Lied zitiert, bewusst lehnte Dvořák hier eine Solokadenz ab. Es folgt im Allegro vivo ein brillanter Schluss. Die Bearbeitung von Paul Handschke, entstanden während der Covid-19-Pandemie, als es nur für Kleingruppen von Musiker*innen möglich war, gemeinsam zu proben, stellt das originale Verhältnis von Solo-Cello und Orchester in Frage, indem es dieses durch vier Celli ersetzt. Das hat eine Veränderung der Klangfarbe, einen intimeren Charakter, sowie der Fokus auf kleinteilige Details in Harmonie und Motivik zur Folge.

Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der neuen Welt“
(Fassung für sechs Celli von Paul Handschke)

Das wohl populärste Orchesterwerk Dvořáks entstand während dessen Amerikaaufenthalts und verhandelt die Impressionen des tschechischen Komponisten über diese für ihn gänzlich ‚neue‘ Welt. Er äußert sich dazu als beeinflusst vom „Geiste indianischer Melodien“ und der Musik der afroamerikanischen Bevölkerung, verwendet in der Sinfonie jedoch keine Melodien dieser, sondern komponiert neue Themen. Einflüsse zeigen sich unter anderem in Rhythmik, beispielsweise durch zahlreiche Synkopen, oder in der Verwendung von Pentatonik, was den Eindruck dieser Musik auf Dvořák beweist. Die Sinfonie selbst ist durch moderne Harmonien, Kontrapunkt und Orchestrierung sowie Volksmusik-Einflüsse klar der westlichen Kunstmusik des späten 19. Jahrhunderts zuzuordnen. Der erste Satz, Adagio – Allegro molto, beginnt mit einer melancholischen Einleitung, ihm folgt das imposante Hauptthema in e-Moll sowie ein liebliches Seitenthema in G-Dur, das an Spirituals erinnert. Das Largo, ursprünglich „Legende“ benannt, stellt in einem pentatonisch komponierten Klagegesang eine musikalische Verhandlung der Dichtung Hiawatha von Henry Longfellow über einen historischen Ureinwohner dar. Darauf folgt das Scherzo. Molto vivace. Dvořák komponiert hier eine Tanzmusik, die ein Fest zur Hochzeit Hiawathas darstellt; in der an böhmische Volksmusik angelehnten Komposition wird jedoch auch die Sehnsucht nach der eigenen Heimat deutlich. Im finalen Allegro con fuoco wird die monumentale Weite Amerikas durch das marschartige, triumphale Hauptthema ausgedrückt. Die Bearbeitung verteilt die Vielzahl an Harmoniestimmen auf sechs Celli, verleiht dem Werk eine neue Klangfarbe und ermöglicht eine völlige Neuinterpretation der bekannten Sinfonie. Anders als im Cellokonzert wirken die sechs Stimmen hier konstant miteinander und schaffen ein großes Ganzes.

Texte: Roxane Lindlacher