KONZERT III

KONZERT III

03.09.

Quatuor Arod

Maximilian Hornung

Joseph Haydn | György Kurtág | Franz Schubert

3. September 2026 | Einlass: 18:30 Uhr | Beginn: 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Klosterkirche Kulturforum Traunstein

Künstler

Quatuor Arod:

Jordan Victoria – Violine
Alexandre Vu – Violine
Tanguy Parisot –  Viola
Jérémy Garbarg – Violoncello

Maximilian HornungVioloncello

Programm

Einlass 18:30 Uhr | Beginn 19:30 Uhr

Joseph Haydn

Streichquartett Nr. 79 D-dur op. 76 Nr. 5 Hob. III:79  mehr erfahren ↓

  • Allegretto
  • Largo, cantabile e mesto
  • Menuetto. Allegro ma non troppo
  • Finale. Presto

 

György Kurtág

„Zwölf Mikroludien“ op. 13 für Streichquartett   mehr erfahren ↓

– Pause –

Franz Schubert

Streichquintett C-Dur D 956 op. post. 163  mehr erfahren ↓

  • Allegro ma non troppo
  • Adagio
  • Scherzo. Presto – Trio. Andante sostenuto
  • Allegretto – più allegro – più presto

Werke

Joseph Haydn

Streichquartett D-Dur op. 76/5 Hob. III:79

In diesem Streichquartett aus den „Erdődy-Quartetten“ spiegeln sich typische Elemente des Haydn-Stils wider. Neben ausgeprägter Stimmführung und harmonischen Wendungen zeigt sich die für den österreichischen Klassiker typische Verbindung von Witz und Tiefsinn. Das Allegretto eröffnet das Werk mit einer unterhaltsamen Siciliana im 6/8-Takt, gefolgt vom zentralen, tiefgründigen Largo, cantabile e mesto. Während das Menuetto rhythmische Verschiebungen in den Fokus rückt, bringt das finale Presto Haydns Humor durch Trugschlüsse nochmals pointiert auf den Punkt.

György Kurtág

„Zwölf Mikroludien“ op. 13 für Streichquartett

Die „Zwölf Mikroludien“ op. 13 für Streichquartett komponierte der ungarisch-französische Komponist und Pianist György Kurtág zum 60. Geburtstag seines Freundes András Mihály, ebenfalls ungarischer Komponist. In diesem extrem konzentrierten Werk wird Kurtágs unverkennbarer Personalstil der musikalischen Miniatur deutlich. Charakteristisch hierfür ist die Kürze der einzelnen Stücke, komponiert mit seriellen Elementen, repetitiver Rhythmik, Periodik und in posmoderner Klangsprache und Tonalität. Jeder der zwölf Mikrosätze basiert auf einem der zwölf Halbtöne der chromatischen Tonleiter, ohne vorherbestimmte Reihenfolge. Kurtág selbst fasste das Wesen dieser Musik einmal ebenso minimalistisch wie treffend zusammen: „Es geschieht etwas – und es wird geantwortet.“

Franz Schubert

Streichquintett C-Dur D 956 op. post. 163

Als drittes Werk des Abends steht auch in diesem, um ein zweites Cello erweiterten Ensemble, der typische Stil seines Komponisten im Zentrum. Das kurz vor dem Tod Schuberts komponierte Streichquintett stellt dessen Spätwerk auf mehreren Ebenen exemplarisch dar. Die Komposition ist tief lyrisch, geprägt von schroffen Kontrasten und in sinfonischer Dichte und Größe angelegt. Ausgedehnte Melodik und Klangfarben haben hier weit mehr Relevanz als kleinteilige Motivik. Doch auch auf psychologischer Ebene wird die Präsenz des Schöpfers spürbar – kurz vor seinem frühen Tod zeigt sich Schubert hier zutiefst in sich gekehrt und melancholisch. Das Werk wird auch heute noch als eines seiner größten kammermusikalischen Vermächtnisse wegen seiner Emotionalität und visionären Fortschrittlichkeit bewundert. Im monumentalen Allegro ma non troppo werden gewaltige Bögen gesponnen, Dynamikunterschiede nebeneinandergestellt und das Zeitgefühl scheint streckenweise völlig aufgehoben. Das Adagio ist dreiteilig in Liedform aufgebaut, wobei der aufgewühlte Mittelteil einen stürmisch-fatalistischen Kontrast zum sphärischen Anfangs- und Schlussteil bildet. Das Scherzo lässt schließlich ein furioses Presto auf ein geheimnisvoll-meditatives Trio treffen, bevor das finale Allegretto mit den Klängen ungarischer Tanzmusik für einen mitreißenden Schlusssatz sorgt.

Texte: Roxane Lindlacher