KONZERT VII

KONZERT VII

07.09.

Ioudenitch | Strake | Lisboa |

Zucker | Hornung

Anton Bruckner | Johannes Brahms

7. September 2026 | Einlass: 18:30 Uhr | Beginn: 19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Klosterkirche Kulturforum Traunstein

Künstler

Maria IoudenitchVioline
Johannes StrakeVioline
Jano LisboaViola
Sylvia ZuckerViola
Maximilian HornungVioloncello

Programm

Einlass 18:30 Uhr | Beginn 19:30 Uhr

Anton Bruckner

Streichquintett F-Dur WAB 112 1878/79  mehr erfahren ↓

  • Gemäßigt
  • Scherzo. Schnell – Langsam – Schnell
  • Adagio
  • Finale. Lebhaft bewegt – Langsamer

– Pause –

Johannes Brahms

Streichquintett G-Dur op. 111  mehr erfahren ↓

  • Allegro non troppo, ma con brio
  • Adagio
  • Allegro assai

Werke

Anton Bruckner

Streichquintett F-Dur, WAB 112

Nach der Komposition seiner Fünften Sinfonie und der Überarbeitung seiner sinfonischen Hauptwerke wagt der österreichische Komponist Anton Bruckner hier ein Werk in neuer Besetzung. Für die klassische Besetzung des Mozartschen Quintetts – zwei Violinen, zwei Violen und ein Cello – schreibt er sein Streichquintett in F-Dur. Durchzogen von der katholischen Religiosität des Komponisten, dicht komponiert, gezeichnet von Steigerungen, Rückzügen und einer ständigen Gesamtspannung ist das Werk unverkennbar ‚echt‘ und sinfonisch Bruckner – dabei jedoch, bedingt durch die kleinere Besetzung, mit intimerem Charakter.
Das Streichquintett beginnt im ersten Satz (Gemäßigt) mit einem romantischen Hauptthema im 3/4-Takt; es folgt eine beinahe improvisatorische Weiterentwicklung der Themen. Das Scherzo, hier dem langsamen Satz vorgezogen, stellt ein tanzartiges Ländlerthema einem Trio in Es-Dur gegenüber. Darauf folgt das dahinfließende Adagio in Ges-Dur; ein stetiger Puls entlädt sich schließlich in einem starken Höhepunkt. Das Finale beginnt in f-Moll ungewöhnlich beschwingt und endet mit einer intensiven Coda in F-Dur.

Johannes Brahms

Streichquintett G-Dur op. 111

Johannes Brahms beschloss im Jahr 1890, dass sein in Bad Ischl komponiertes zweites Streichquintett in G-Dur op. 111 den Schlusspunkt seines kompositorischen Schaffens bilden sollte. In diesem Spätwerk zeigt sich die ganze Reife des Komponisten. Das Werk – wie auch Bruckners Quintett mit zwei Violinen, zwei Violen und einem Cello besetzt – ist gezeichnet von der Reflexion und Resignation eines der bedeutendsten Tonschöpfer der Romantik.Im Allegro non troppo, ma con brio eröffnet ein weit ausgreifendes Cellothema über sinfonisch dichter Begleitung das Streichquintett; darauf folgen Walzermotive mit Anklängen an Johann Strauß. Die kühnen harmonischen Wandlungen des Kopfsatzes wurden später von Komponisten der Moderne wie Arnold Schönberg besonders hervorgehoben. Das in d-Moll stehende Adagio, in seiner Tonalität an ungarische Volkslieder angelehnt, ist ein inniges Klagelied in der Tradition der Elegie. Die Tonfolge F-A-E bezieht sich auf den Wahlspruch des Geigers Joseph Joachim, „Frei, aber einsam“, und kann als Rückblick des stets ungebundenen Komponisten auf sein eigenes Leben gedeutet werden. Das Allegretto stellt eine bewegtere Weiterführung des Adagios dar; trotz einzelner Ausbrüche bleibt es in einer zurückgezogenen Stimmung. Das finale Allegro assai beginnt zunächst mit einem Duett der beiden Violen in h-Moll, worauf der strahlende Geigeneinsatz in G-Dur folgt, ehe sich eine Wandlung zum ungarischen Volkstanz Csárdás vollzieht. Dieses vitale Ende stellt sich der Resignation entgegen – und auch für Brahms sollte es letztlich nicht das Ende seiner musikalischen Schöpfung sein: Das Werk öffnete den Raum für späte Meisterwerke wie das Klarinettenquintett, dem dieses Streichquintett in Teilen bereits ähnelt.

Texte: Roxane Lindlacher